Was bei Restkoffein, der täglichen Koffeinmenge und der Auswahl von Decaf wichtig ist. Mit Beispielen für den Alltag und einer Einordnung zur Stillzeit.
Entkoffeinierter Kaffee in der Schwangerschaft: Was gilt?

Kurz gesagt: Entkoffeinierter Kaffee, auch Decaf genannt, kann in der Schwangerschaft eine koffeinärmere Alternative zu normalem Kaffee sein. Er enthält aber Restkoffein. Die aktuelle deutsche Empfehlung lautet: höchstens 200 mg Koffein aus allen Quellen über den Tag verteilt. Eine feste Zahl erlaubter Tassen lässt sich daraus nicht ableiten.
Quelle zur Tagesmenge: Netzwerk Gesund ins Leben.
Quelle zum Restkoffein: FDA (englisch).
Darf man entkoffeinierten Kaffee in der Schwangerschaft trinken?
Grundsätzlich kommt entkoffeinierter Kaffee infrage, wenn du in der Schwangerschaft Kaffee trinken und dabei weniger Koffein aufnehmen möchtest. Die US-Lebensmittelbehörde FDA erklärt: Entkoffeinierter Kaffee enthält weniger Koffein als normaler Kaffee, aber weiterhin eine Restmenge.
Ein vollständiger Verzicht auf Kaffee ist nach den allgemeinen Empfehlungen nicht zwingend nötig. Das Netzwerk Gesund ins Leben ordnet bis zu 200 mg Koffein täglich als unbedenklich ein. Gemeint ist die gesamte Koffeinaufnahme aus allen Quellen über den Tag verteilt.
Wichtig ist die Einschränkung: Das ist eine allgemeine Orientierung, keine persönliche Freigabe für ein bestimmtes Getränk oder Produkt. Die Empfehlung gilt für die Schwangerschaft insgesamt, nicht erst ab einem bestimmten Monat.
Dieser Ratgeber informiert über Kaffee und öffentlich zugängliche Ernährungsempfehlungen. Er ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Erkrankungen, Beschwerden, Medikamenteneinnahme oder einer abweichenden ärztlichen Empfehlung kläre deinen Koffeinkonsum bitte mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Auch deine Hebamme kann dich bei allgemeinen Ernährungsfragen begleiten.
Wie viel Koffein steckt noch in Decaf?
Entkoffeinierter Kaffee enthält weniger Koffein, ist aber nicht automatisch koffeinfrei im Sinne von null Koffein. Auch wenn du nach „koffeinfreier Kaffee in der Schwangerschaft“ suchst, ist meist dieser entkoffeinierte Bohnenkaffee gemeint.
Als Größenordnung nennt die US-Lebensmittelbehörde FDA etwa 2 bis 15 mg Koffein pro Decaf-Tasse mit rund 237 ml. Das sind allgemeine Orientierungswerte aus den USA, keine Messwerte für morris.coffee und keine garantierte Obergrenze für jede Zubereitung.
Produkt, Kaffeemenge, Zubereitung und Portionsgröße beeinflussen den Inhalt deiner Tasse. Für unseren entkoffeinierten Kaffee liegt uns für diesen Beitrag kein geprüfter Koffeinwert pro zubereiteter Portion vor. Deshalb nennen wir dafür weder eine genaue Milligrammzahl noch eine vermeintlich sichere Tassenanzahl.
Mehr zur Herstellung und zur Bedeutung der Bezeichnung erfährst du im Ratgeber über entkoffeinierten Kaffee.
Wie viel entkoffeinierter Kaffee am Tag?
Eine pauschale Tassenanzahl wäre ungenau: Kleine und große Tassen sowie unterschiedlich dosierter Kaffee liefern nicht dieselbe Koffeinmenge. Entscheidend ist die Tagesbilanz einschließlich anderer Getränke und Lebensmittel.
Die Handlungsempfehlungen von Gesund ins Leben begrenzen die Koffeinzufuhr in der Schwangerschaft auf insgesamt 200 mg täglich, über den Tag verteilt. Dieser Wert ist keine Zielmenge, die du ausschöpfen musst.
Für eine praktische Einschätzung helfen drei Schritte:
- Notiere deine Getränke und Portionsgrößen, einschließlich schwarzem oder grünem Tee sowie koffeinhaltigen Snacks.
- Nutze vorhandene Herstellerangaben oder die Orientierungswerte unten. Trage unbekannte Mengen nicht einfach als null ein.
- Ersetze bei Bedarf normalen durch entkoffeinierten Kaffee, statt zusätzliche Tassen als unbegrenzt koffeinfrei zu zählen.
Welche Koffeinquellen zählen mit?
Nicht nur Kaffee trägt zur Koffeinaufnahme bei. Die folgende Auswahl zeigt, warum auch Tee, Cola und Schokolade in die Rechnung gehören. Die Werte des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind Näherungswerte, keine exakten Angaben für jedes Produkt.
| Getränk oder Lebensmittel | Portion | Koffein, ungefähr |
|---|---|---|
| Filterkaffee | 200 ml | 90 mg |
| Espresso | 60 ml | 80 mg |
| Schwarzer Tee | 200 ml | 45 mg |
| Grüner Tee | 200 ml | 30 mg |
| Cola | 330 ml | 35 mg |
| Zartbitterschokolade | 50 g | 25 mg |
Rechenbeispiel: 200 ml Filterkaffee, 200 ml schwarzer Tee und 50 g Zartbitterschokolade ergeben mit diesen Näherungswerten 90 + 45 + 25 = 160 mg Koffein. Das zeigt nur die Addition verschiedener Quellen, nicht einen empfohlenen Tagesplan. Weitere Getränke, auch entkoffeinierter Kaffee, kommen hinzu.
Auf Energydrinks sollten Schwangere und Stillende laut BfR verzichten. Auch Kakao sowie Produkte mit zugesetztem Koffein können zur Tagesmenge beitragen.
Worauf solltest du bei der Auswahl achten?
Bei der Auswahl von entkoffeiniertem Kaffee helfen konkrete Produktangaben mehr als Begriffe wie „mild“ oder „sanft“. Achte auf die Kennzeichnung als entkoffeiniert, ein benanntes Entkoffeinierungsverfahren und die passende Zubereitung. Ein milder Geschmack allein sagt nichts Verlässliches über den Koffeingehalt aus.
Was bedeutet CO2-Entkoffeinierung?
Bei unserem entkoffeinierten Kaffee wird das Koffein vor der Röstung mithilfe von Kohlendioxid (CO₂) aus den Kaffeebohnen gelöst. Das Verfahren kommt bei der Entkoffeinierung ohne organische Lösungsmittel wie Dichlormethan oder Ethylacetat aus. Wer bewusst auf das verwendete Verfahren achten möchte, findet hier eine konkrete Orientierung. Die unterschiedlichen Entkoffeinierungsverfahren erklärt der Deutsche Kaffeeverband.
Für die Schwangerschaft bleibt wichtig: Auch CO₂-entkoffeinierter Kaffee enthält Restkoffein. Das Herstellungsverfahren ersetzt deshalb nicht den Blick auf die gesamte tägliche Koffeinaufnahme und begründet allein keine besondere gesundheitliche Eignung.
Nach der Entkoffeinierung wird unser Kaffee in der Trommel geröstet. Bei morris.coffee steht das Rösthandwerk auch bei dieser Variante im Mittelpunkt. Du erhältst ihn als ganze Bohne für deine Mühle oder deinen Vollautomaten sowie passend gemahlen für deine Zubereitung. Mehr über unser Handwerk zeigen die Einblicke in die Produktion.
Was gilt für entkoffeinierten Kaffee in der Stillzeit?
Auch in der Stillzeit kann entkoffeinierter Kaffee helfen, weniger Koffein aufzunehmen. Das BfR nennt für Stillende ebenfalls bis zu 200 mg Koffein über den Tag verteilt als allgemeine Orientierung. Restkoffein und andere Quellen zählen weiterhin mit.
Bei Fragen zu deinem Kind oder deiner persönlichen Situation wende dich an deine Hebamme, die Kinderarztpraxis oder deine behandelnde Ärztin beziehungsweise deinen Arzt. Eine allgemeine Mengenangabe ersetzt diese Einschätzung nicht.
Häufige Fragen zu Decaf in der Schwangerschaft
Die genannten Empfehlungen beziehen sich auf die gesamte Schwangerschaft. Für das erste Trimester leiten wir daraus keine eigene Tassenanzahl ab. Maßgeblich bleiben deine gesamte Koffeinaufnahme und gegebenenfalls individuelle ärztliche Hinweise.
Für die Koffeinmenge zählen die verwendeten Kaffeeportionen. Milch verdünnt das Getränk, entfernt aber nicht das enthaltene Koffein. Frage im Café ausdrücklich nach Decaf und danach, ob ein oder mehrere Espresso-Shots verwendet werden.
Nein. „Mild“ beschreibt einen Geschmackseindruck und ist kein Beleg für einen niedrigen Koffeingehalt. Wenn du gezielt weniger Koffein möchtest, achte auf die Kennzeichnung „entkoffeiniert“ beziehungsweise „Decaf“.
Eine solche pauschale Zusage wäre nicht seriös. Decaf enthält Restkoffein, und allgemeine Ernährungsempfehlungen berücksichtigen nicht jede Erkrankung oder Medikamenteneinnahme. Bei persönlichen Risiken ist ärztlicher Rat wichtiger als eine Produktempfehlung.
Du suchst entkoffeinierten Kaffee für dein gewohntes Kaffeeritual? Auf unserer Produktseite findest du die aktuellen Produktinformationen und die passende Variante.
Quellen und Einordnung
Stand der Quellenprüfung: 12. September 2026. Herausgeber dieses Ratgebers ist morris.coffee. Die Produktinformationen stammen aus unserem Sortiment; die allgemeinen Angaben zu Koffein stützen sich auf die folgenden öffentlichen Fachquellen. Eine medizinische Einzelfallberatung oder fachärztliche Prüfung durch morris.coffee wird damit nicht behauptet.
- Netzwerk Gesund ins Leben: Koffein in der Schwangerschaft, Handlungsempfehlungen, Stand 6. Juli 2026.
- EFSA: Caffeine, wissenschaftliche Einordnung der Koffeinaufnahme.
- BfR: Fragen und Antworten zu Koffein, Orientierungswerte für Lebensmittel sowie Schwangerschaft und Stillzeit.
- FDA: Spilling the Beans, allgemeine Angaben zum Restkoffein in Decaf, nicht produktspezifisch.
- Deutscher Kaffeeverband: Verarbeitung und Entkoffeinierung, Einordnung der unterschiedlichen Extraktionsmittel; keine individuelle Gesundheitsempfehlung.
Tags: Kaffee-Blog
Von Redaktion MORRIS









